Leckage im AKW Lingen 2: Störfälle und Pannen häufen sich

Leckage im AKW Lingen 2: Störfälle und Pannen häufen sich

(Bonn / Berlin / Hannover, 17.11.2017) Der Weiterbetrieb des Atomkraftwerkes Lingen 2 ist aus Sicht des Bundesverbandes Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) nicht hinnehmbar. Mitte der Woche hatte das Niedersächsische Umweltministerium die Öffentlichkeit erneut über ein besonderes Vorkommnis im AKW Lingen 2 informiert. Diesmal ging es um eine Leckage im Nebenkühlwassersystem. „Das Nebenkühlwassersystem ist ein kombiniertes System, das zur Wärmeabfuhr aus der Anlage sowohl im Normalbetrieb zum Beispiel von betrieblichen Einrichtungen wie etwa Klimaanlagen als auch bei Störfällen genutzt werden kann“, so das Ministerium. Erst Ende Oktober war es im AKW Lingen 2 durch eine defekte Sicherung in einem Spannungsregler zu einem Ausfall von Teilen der Brandmeldeanlage gekommen. Als Folge waren mehrere Brandmelder nicht verfügbar.

Der BBU, in dem u. a. auch der Elternverein Restrisiko Emsland, der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) Niedersachsen und das Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen organisiert sind, fordert schon lange die Stilllegung des AKW Lingen 2. „Das AKW Lingen 2 soll noch bis Ende 2022 betrieben werden. In der Zeit fällt aber weiterhin Atommüll an, für den es kein Entsorgungskonzept gibt, und niemand kann garantieren, dass der nächste Störfall nicht zu einer Katastrophe führt“, kritisiert BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz

In Lingen gab und gibt es immer wieder Demonstrationen gegen das AKW Lingen 2 und die benachbarte Brennelementefabrik. Noch im September forderten rund 500 Personen in der Innenstadt von Lingen u. a. die sofortige Stilllegung dieser Atomanlagen und das Verbot der damit verbundenen Atomtransporte.Zudem haben schon weit über 200 Initiativen und Organisationen die Lingen-Resolution unterschrieben, mit der die sofortige Stilllegung des AKW Lingen 2 und der Brennelementefabrik in Lingen gefordert wird. Es werden weitere Unterstützungserklärungen gesammelt.

Mit Blick auf die aktuellen Regierungsbildungen in Hannover und in Berlin fordert der BBU, dass das Thema Atomausstieg sowohl in Niedersachsen als auch auf der Bundesebene verstärkt auf die politische Tagesordnung gesetzt werden muss.

Und auch von der neuen Landesregierung in Nordrhein-Westfalen fordert der BBU ein engagiertes Vorgehen gegen die Atomanlagen in Lingen, die sich nur wenige Kilometer nördlich der Landesgrenze von NRW und Niedersachsen befinden. „Die Bevölkerung in NRW wird nicht nur von den belgischen AKW bedroht, sondern auch vom AKW Lingen 2“, so Udo Buchholz, der sich als Münsterländer bereits schon seit Jahrzehnten gegen das AKW Lingen 2 engagiert.


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